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Diese kleine Website erzählt von Erlebnissen im früheren Jugoslawien, und zwar an einem Ort, wo sich die dalmatinischen Inseln in der Adria befinden. Jetzt nennt man diesen jungen Staat Kroatien; das Land der "Julischka". Es war im Sommer des Jahres 1971, dass wir zum ersten Mal dort auf der Insel Hvar Urlaub machten.

Die dalmatinischen Inseln ziehen sich von Istrien bis ungefähr Dubrovnik hin. Irgendwo in der Mitte ist nun die schöne Insel Hvar. Hvar ist südlich von Brac und von der alten Stadt Split gelegen. Wenn man mit der Fähre von Split nach Hvar fährt, kommt man an der Insel Brac vorbei.

Insel Hvar
Insel Hvar

Es war im Jugoslawien des Jahres 1972.  Das Jugoslawien bestand einmal aus 6 Bundesländern (Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, (Kosovo,) Montenegro und Makedonien). Damals war Kroatien nur ein Teil vom zusammengeschweißten Staate Jugoslawien. Zu Kroatien gehört die dalmatinische Insel Hvar.

Im hier befindlichen Dorf Sveta Nedjelja herrschte manchmal reges Treiben, aber nur, wenn alle irgendwohin gehen und mit Mulis reiten wollten. Meine Mutter ritt einmal auf solch einem sehr guten, sehr genügsamen "Muli" (Ein Muli ist ein Maulpferd; und ein Maulpferd ist eine Kreuzung aus Pferd und Esel.) - Im Dorf gab es zunächst nur ein einziges Auto (1971).

Wir gingen beide Male jeden Tag an den Strand. Dieser bestand aber nicht aus Sand, sondern aus rundgeschliffenen, allermeist weißen Kieselsteinen, die in der Sonne richtig heiß wurden! Mit nackten Füßen waren diese Steine, die manchmal etwas zusammengeklumpt waren, fast zu heiß. Badelatschen waren daher sehr willkommen.

Brabante (Ante) Mali Plenkovic war unser Gastgeber. Er hatte eine Frau (Mama Bonica), einen Sohn (Slatan) und eine Tochter (Pavica). Im Sommer 1973 waren wir dann ein zweites Mall in Jugoslawien, diesmal mit unserer Kusine Heidi. Anne und ich waren beide ein wenig begehrt, sie von Slatan und ich von Pavica. (1973 wurde ich dort auf das Lied aufmerksam: "Nobody knows the trouble I've seen; nobody knows but Jesus.") Es gab weitere Menschen wie zum Beispiel Jakov, den Verkäufer; Frane, den Fahrer des Jeeps. Der Gastgeber, der auch kurz "Ante" genannt wurde, hatte einen Bruder, Zelimir: Er besaß eine Nähmaschine und nähte häufig auf der Dorfstraße. Zelimir war schwerhörig. Viele Frauen konnten stricken, was man auch auf der Straße sehen konnte. Auch direkt an der Straße war ein Backofen, in dem häufig Brot gebacken wurde. Zu diesem Backofen fällt meiner Mutter sofort ein: Dort stand Margarita ("Margarita, bella vita!") am Backofen und machte ihn heiß mit Holz. Und sie sagte noch: "Vruce!" (d. h.: heiß, warm) - Abends saß man noch lange zusammen, unterhielt sich manchmal lautstark und lebendig und schnell - und trank einen mit Wasser verdünnten Wein (Prosek). Dieses Gemisch tranken wir auch; es war nicht zu stark.

Zelimir und noch manch andere konnten singen. Sie sangen abends auf der Straße ein bisschen.

Hvar, die Stadt auf der gleichnamigen Insel Hvar
Hvar, die Stadt auf der gleichnamigen Insel Hvar

Wir versuchten, die "Basics" der Sprache Serbokroatisch zu erlernen. Wir lasen: "Govorite li sprskohrvatski?"

Ungefähr 1973 wurde ein Tunnel durch den höchsten Berg gegraben, um Sveta Nedjelja mit anderen Dörfern und mit der Stadt Hvar für den Autoverkehr zu verbinden.

Es regnete nicht, es tropfte gefühlt neun zehn Regentropfen in der ganzen Zeit. Pavica kam vielleicht zwei- oder dreimal mit einem Regenschirm von oben hinab an den Strand, weil man meinte, wir würden bei dem bisschen Regen nass werden. Wir lachten nur über die Situation, weil das bisschen Regen für uns kein wirklicher Regen war. Wir waren ja was anderes gewohnt.

Es gab einige Gelegenheiten, mit Martin Reisch zu anderen Buchten zu fahren oder zu gehen. Diese Buchten hatten typischerweise rundgeschliffene Kiesel, keinen Sand. Das ist typisch für den Strand. Eine Bucht hieß "Lucisce".

Ganz oben lag die Grotte "Jagodna", wo wir einmal waren. Dazu mussten wir lange hochkrackseln, naja, jedenfalls lange gehen oder auf dem Muli reiten. Das war schön. Hier wuchsen Wein, Lavendel und anderes mehr. Ich weiß nicht, ob es Agaven gab. Ich glaube ja. Außerdem zirpten die Grillen oder Zikaden. Pavica sagte einmal zu diesen Zikaden "Vogel", weil sie noch nicht so viel Deutsch konnte.

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Spieltheorie

Ich weiß noch, dass ich bei der zweiten Jugoslawien-Reise (im Sommer 1973 od. 1974) schon an Jesus gläubig war! - Gerne erinnere ich mich, dass ich ein Buch über das Spiel und die Spieltheorie gelesen hatte:

„je nachdem, ob innerhalb des jeweiligen Spiels das Moment des Wettstreits, des Zufalls, der Maskierung oder des Rausches vorherrscht. Ich bezeichne sie als Agon, Alea, Mimicry und Ilinx. Alle vier gehören sie durchaus in den Bereich der Spiele: man spielt Fußball, Billard oder Schach (agon), man spielt Roulett oder Lotterien (alea), man spielt Seeräuber, man spielt Nero oder Hamlet (mimicry) und man spielt, um durch eine rapide Rotations- oder Fallbewegung in sich selbst einen organischen Zustand der Verwirrung und des Außersichseins hervorzurufen (ilinx).“ (Aus: Roger Caillois: Die Spiele und die Menschen. S. 19)